Aus Pfand wird Hilfe

Schülerprojekt „Pfandpiraten“ des Oberstufenzentrums Lausitz in Sedlitz unterstützt soziale Projekte

Rund 4.000 Pfandflaschen: So viele leere Getränkeflaschen und Dosen sammeln die Schülerinnen und Schüler der Abteilung 2 des OSZ Lausitz in Sedlitz pro Schuljahr in eigens in ihren Klassenräumen aufgestellten Behältern. Die Pfandeinnahmen behalten die Jugendlichen dabei nicht etwa für sich – sondern spenden sie im Rahmen ihres Projektes „Pfandpiraten“ regelmäßig für soziale Zwecke in der Region.

Am Mittwoch, dem 25. März, fand in Lauchhammer die inzwischen 17. Spende der „Pfandpiraten” des OSZ Sedlitz statt. Begleitet von Schulsozialarbeiter Mario Stephan überreichten Jugendliche der Projektgruppe einen Spendenscheck über 100 Euro an das Hospiz Friedensberg in Lauchhammer. Für das Hospiz ist es bereits die zweite Unterstützung seit Beginn des Projekts, denn die Einrichtung gehörte zu den ersten Spendenempfängern. „Wir freuen uns sehr über das anhaltende Engagement der Schülerinnen und Schüler“, erklärte Pflegedienstleiterin Franziska Herrmann bei der Spendenübergabe und bedankte sich bei den Pfandpiraten. Das Geld werden sie und das Team für die Anschaffung eines Perfusors verwenden – einer modernen Spritzenpumpe, mit der Medikamente kontinuierlich und präzise verabreicht werden können.

Pfandspendenübergabe Pfandpiraten an das Hospiz Friedensberg in Lauchhammer

Das Projekt Pfandpiraten – Flaschensammeln für das Ehrenamt

Was im Schuljahr 2021 als Idee einer Klasse begann, die einen älteren Herrn im Müll nach Pfand suchen sah, ist mittlerweile zu einem festen Projekt der Schule gewachsen: Die rund 400 Schülerinnen und Schüler der 26 Klassen der Abteilung 2 sowie ihre Lehrkräfte können ihre Pfandflaschen in eigens dafür vorgesehenen Behältern in den Klassenräumen entsorgen. Die Behälter werden regelmäßig entleert, das Pfandgut abgegeben, das Geld gesammelt. So kommen bis zu 100 Euro in einem Monat zusammen. Den Pfanderlös spenden die Pfandpiraten an soziale Einrichtungen, Projekte und bedürftige Menschen und suchen hierbei den direkten Kontakt. Vorschläge für Spendenempfänger können alle Klassen einreichen, über die Empfänger wird gemeinsam entschieden. Die Spendenübergaben im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und der Region werden von Mitgliedern der Projektgruppe und Mario Stephan vom Schlupfwinkel & Lausitzer Bildungsgesellschaft e.V., der als Schulsozialarbeiter am OSZ tätig ist, realisiert. Dieser hat im Mai 2024 die Koordination des ehrenamtlichen Schülerprojektes übernommen und es mit der Gründung einer Projektgruppe neu strukturiert, um die Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung zu unterstützen. Mittlerweile gehören der Projektgruppe „Pfandpiraten“ pro Schuljahr zwischen acht bis zehn Schülerinnen und Schüler an. Im Schuljahr 2025/26 sind acht Schülerinnen und Schüler aus Klassen der angehenden Sozialassistenten sowie Erzieherinnen und Erzieher mit im Team. 

Mit der Neustrukturierung der Projektarbeit in 2024 finden mittlerweile fast monatlich Spendenübergaben statt. Zurückliegend wurden Einrichtungen aus den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, Tierhilfe, Hospiz- und Pflegeangebote, Schulen sowie Sportvereine bedacht. Darüber hinaus konnten auch einzelne bedürftige Personen direkt unterstützt werden. Eine größere Spendenaktion gab es zur Weihnachtszeit in Zusammenarbeit mit einem größeren regionalen Einkaufsmarkt: Hierbei überraschten die Pfandpiraten des OSZ vorbeilaufende Passanten mit Geschenken, die zuvor sorgfältig von den Pfandpiraten ausgewählt und eingekauft wurden.  

Über die Termine und Übergaben informieren die Pfandpiraten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler transparent mit Aushängen in der Schule, auch eine Gesamtliste aller Spendenempfänger wird veröffentlicht. Unterstützt wird das Projekt nicht nur von den Schülerinnen und Schülern, sondern auch von den Lehrkräften bis hin zur Schulleitung, die die Flaschen bei Bedarf in ihrer Freizeit auch selbst mal abgeben, um zum Erfolg beizutragen.   

Den Antrieb der Pfandpiraten ordnet Mario Stephan stellvertretend für die Projektgruppe ein: „Den Pfandpiraten geht es darum, Menschen eine Freude zu bereiten und sie selbstlos zu überraschen. Den regionalen Spendenempfängern möchten die Schülerinnen und Schüler nicht nur finanziell helfen, sondern ihnen vor allem Respekt und Anerkennung für ihre Situation sowie ihr ehrenamtliches oder berufliches Engagement zeigen. Sie möchten deutlich machen, dass sie ihren Einsatz sehen und große Wertschätzung dafür haben, wie sie sich täglich mit viel Herzblut für andere in unserer Region einsetzen. Die Spendenübergaben sind dabei oft sehr herzlich und emotional – für unsere Schülerinnen und Schüler ist es besonders schön zu erleben, wie ihr Engagement direkt Menschen zugutekommt.“ 

Neben dem sozialen Aspekt erfüllt das Projekt nicht zuletzt auch einen nachhaltigen Gedanken: So trägt es neben der finanziellen Unterstützung für soziale Projekte zu einer saubereren Umwelt und geringeren Kosten bei der Abfallwirtschaft bei. Die Sammelaktion senkt die Entsorgungskosten und spart Rohstoffe, weil darüber Flaschen und Dosen recycelt anstatt entsorgt werden.

(Pressemitteilung 51/2026 – Landkreis Oberspreewald-Lausitz)

Hier ist die Liste aller Aktionen der Pfandpiraten.